Der Südliche Außenposten

  • Wo: Am Südlichen Außenposten

    Wann: Anfang November

    Wer: Teilnehmer des Kommando Talisman


    Status: geschlossen


    Nachdem Jolanda ihren Talisman erschaffen hat und die Barrieren untersucht wurde kehrten die Teilnehmer ins Lager zurück.

  • Geschafft und zufrieden machte sich Jindrich auf, um beim Centurio der 4. Meldung zu erstatten: Ihnen war es gelungen, den Bereich des ehemaligen Pestgartens von allen verfemten Restspuren zu reinigen und dort einen Talisman zu erschaffen. Darüber hinaus war es Jolanda Lavendel und den Narech‘Tuloch möglich, in die Zone der Atemnot vorzudringen, ohne davon beeinträchtigt zu werden.

    Jindrich schlug vor, die jüngsten Erkenntnisse und die weiteren Schritte gemeinsam mit dem Lagerkommandanten, der Kommandogruppe und den beiden Mitgliedern der Faugest im Kasinozelt zu besprechen.

  • Mina hatte ihr Zeug wieder zusammengeräumt und war den Anderen zurück ins Lager gefolgt. Sie schien etwas gelangweilt, allerdings auch froh das sie nicht benötigt wurde. Sie hatte alles nur schweigsam verfolgt um Dehlia später davon erzählen zu können.


    Der Kommandant hatte die Ritualteilnehmer bereits erwartet und bat sie mit einer einladenen Geste in sein schon oft geflickten Zelt. Es war von Außen von allen Seiten bereits eingesandet, was allerdings den Vorteil hatte das nicht mehr der Sand ins innere geblasen wurde. Der Kommandant hatte sichtlich schon einige Zeit hier verbracht und so sah man auch das seine Kleidung nicht nur deutlich weniger imposante, als nützlich aussah. Sein Ledermantel war hell abgewetzt durch die Monate des Sandes und fehlen einer sich kümmernden Rüstkammer. Seine Kopfbedeckung gleichte dem eines Kameltreibers und wies Ähnlichkeiten mit der von Tarik auf. Auch eher trug Legio-Rot doch der Wickel lief ebenfalls weitläufig um den Hals under der oberen Brust. Mit wenigen Handgriffen hatte er so stehts einen Schutz für das Gesicht. An seinem hing kein Schwert, sondern ein sichtlich geschärfter aber gekürzter Feldspaten. Der Griff mit Leder war mit abgebunden und bildete am Ende in eine Schlaufe. Diese hing in einem stumpfen Harken welcher direkt am Gürtel befestigt war. Scheinbar wurde darauf wertgelegt das man ihn immer dabei und auch schnell griffbereit hatte. Direkt daneben lugte der Halbmantel hervor der vor dem Sand geschützt unter dem Mantel in allen Ehren gehalten wurde.

    Im inneren des Zeltes saßen die anderen, ebenfalls mit leicht modifizierter Kleidung der Legio und waren sichtlich gespannt was die Gruppe zu berichten hatte.

  • Jindrich trat vor und schlug die Faust zum lockeren Salut auf die Brust: „Centurio, wir waren soweit erfolgreich: Es ist uns gelungen den Ort des ehemaligen Pestgartens beim Lager des letzten Banners von den Restenergien der Verfemten zu reinigen. Danach war es uns möglich, einen weiteren Talisman zu erschaffen. Diesen Vorgang konnte von den Mitgliedern der Faugest beobachtet werden. Wir sind also guter Dinge, weitere Talismane erschaffen zu können.

    Darüber hinaus war es den Narech‘Tuloch und Jolanda Lavendel möglich ohne Beeinträchtigung in die Atemnot vorzudringen. Eine Bewertung dessen steht jedoch noch aus.“ Jindrich stand bereit für weitere Fragen, bevor er die nächsten Schritte vorschlagen würde.

  • Gaius war noch sichtlich erschöpft vom Kommando Talisman. Nach der gemeinsamen Reinigung des Bodens war er ausgefallen und hinter die Gruppe zurückgetreten um niemanden zu behindern. Durch halb verschlossene Augen hatte er die Geschehnisse mitbekommen und war dann stillschweigend, aber glücklich hinter den anderen zum Lager getrottet.

  • Der Lagerkommandant nickte:“Na das ist doch mal eine gute Nachricht. Wie lang werdet ihr brauchen um das Lager sandfrei zumachen? Ein par Talismane wird es dann wohl benötigen. Während eures Aufenthalts wäre es wünschenswert das ihr mehr darüber herausfindet wie es sein kann, dass sie die Barriere der Atemnot überwinden können. Diese Information müssen dann zurück zur Stadt.“

  • Die beiden Narech'Tuloch hatten sich ein wenig von den Legioniten abgesetzt und waren ihnen dann langsam zum Kommandozelt gefolgt. Leise diskutierten sie. Sie hatten nun beide mit eigenen Augen gesehen, dass die Luftleere wirklich präsent war, auch wenn sie der Wölfin und der Hirschin nichts hatte anhaben können. Doch die Mienen der Siedler waren einprägsam gewesen. Die Barriere war vorhanden! Nun stellte sich die Frage, warum weder die Narech'Tuloch noch die Kara'tain betroffen waren.


    Miyaka'an und Chanaya folgten den anderen ins Zelt und platzten somit mitten in die Meldung Jindrichs. Wie die Hirschin solche Momente hasste: Vorgesetzter und Untergebener! Die Narech'Tuloch hielten sich zurück und beobachteten, was die Diskussion weiter erbrachte, obwohl man ihnen ansah, dass sie sich gerne sofort mit Jolanda ausgetauscht hätten.

  • „Wie lange wir brauchen werden?“, Jindrich musste sich den Wortlaut des Auftrags durch den Legten nicht in Erinnerung rufen, um eine Grundlage zu haben, hier einzulenken - genau genommen, war ihr Auftrag erledigt - aber er war gerade nicht auf ernüchternde Klarstellung aus und entschied sich für den diplomatischen Weg, „dazu müssen wir weitere Versuche durchführen. Insbesondere gilt es herauszufinden, ob die hier stationierten Mitglieder der Faugest das Ableiten der Glaubensenergie für die Legioniten übernehmen können und, ob es möglich ist, das Ritual so aufzubauen, dass auch größere Mengen Energie, die durch eine größere Anzahl an Personen bereitgestellt wird, durch mehrere Personen abgeleitet werden kann.

    In jedem Fall ist einem Einzelnen kaum möglich, mehr als zwei Talismane an einem Tag zu erschaffen. … das müsste man jetzt hochrechnen…“ Jindrich machte eine knappe Pause und ging dann auf die zweite, ganz neue, aber ebenso interessante Erkenntnis ein: „Was die Atemnot angeht. Tja,“ er blickte zu @Jolanda und @Miyaka‘an: „Habt ihr eine Erklärung dafür, warum ihr da atmen konntet?“

  • "Die Faulgestler hier können sicher ableiten. Solang das Wissen und fähiges Personal zu Ausführung da ist, können wir die Dinger sicher auch selbst herstellen. Aber das muss mindestens der Fall sein bevor ihr zurück geht." Der Kommandant fing schwer an zu Husten. "Entschuldigt... Sandhusten.."

  • Die Hirschin schüttelte nur den Kopf, Chanaya zuckte mit großen Augen die Schultern und beide warfen einen Blick zu Jolanda, wie sie sich äußern würde.

    "Das würde mich auch interessieren und wir sollten Gemeinsamkeiten finden oder einen anderen, triftigen Grund. Was mich jedoch sehr interessiert, ist, wann die Luftleere sich das erste Mal bemerkbar machte." Sie dachte kurz nach und schien im Geiste einer Geschichte zu lauschen, die sie vernommen hatte... Bis zu einem bestimmten Punkt.


    "Der Reisende, der in Porto Leonis das erste Mal von seiner Entdeckung erzählte, der See und die Stille, die Erscheinungen, die ihn dann jagten. Er wäre dem See nie so nahe gekommen, wenn die Luftleere da schon bestanden hätte. Wann ist sie also entstanden und warum? Eine weitere Geschichte, die ich hörte, spricht davon, dass nach Shan'Yanitar'Kayar eingeladen wurde. Die stärksten, schnellsten, klügsten. Sie konnten in das, was sich den Blicken entzieht, hineingehen, da gab es diese Barriere auch noch nicht. Jindrich, erzähle uns bitte, wie die Barriere sich bei dir bemerkbar gemacht hat, wann du auf sie gestoßen bist und wie weit du vordringen konntest, bevor du merktest, dass du nicht atmen kannst."

  • Jindrich nickte zuerst dem Kommandanten entschlossen zu: „Wir haben nicht vor hier abzurücken, bevor nicht sichergestellt ist, das wir den Laden hier unten, absehbar sandfrei bekommen. Morgen früh möchte ich gerne den Versuch wagen, dass die Faugestler nach dem erprobten Verfahren einen Talisman herstellen. Den ersten allein für dieses Lager.“

    Dann wandte er sich an Miyaka‘an: “Das war im letzten Sommer. Wir haben die Stellung des Untot gleich neben dem Pestgarten aufgerieben. Ein paar versprengte Truppen sind Richtung Süden geflohen. Wir haben ihnen nachgesetzt, mussten dann jedoch wegen der Atemnot abbrechen. Ich denke, das war an der gleichen Stelle wie vorhin. Sie ist also nicht merklich größer oder kleiner geworden.

    Insgesamt hat sich im Hinblick auf die Bedrohnung durch die Pest und den Untot der Gedanke durchgesetzt, dass sie uns nicht angreifen, sondern uns aus dem Süden feenhaften wollten. Diese Atemnot könnte sowas, wie ihre letzte, oder vorletzte Barriere sein, denke ich.“

  • "Wenn ich dich richtig verstehe meint ihr, dass die Barriere von den Untoten und der Pestilenz gewirkt wurde oder wird? Ganz ehrlich, seit ich hier oben bin habe ich noch nicht gehört, dass sie sich solcher Mittel bedienen. Sie sind in Richtung Süden geflohen, also dahin, wo der See sein soll? Oder in eine andere Richtung? Ich habe jetzt schon etliche Konstrukte und Archive der Alten Herrscher kennengelernt. Könnte die Barriere vielleicht ein Schutz von Shan'Yanitar'Kayar sein?"

  • Jindrich musste Miyaka’ans lose Enden ein wenig sortieren, versuchte aber sein bestes: „Also wenn du mich fragst, haben nicht Pest und Untot die Atemnot erschaffen, sondern der Wahrträumer - also der Mondgeborene, der Shan‘Yanni öffnen will, oder sogar schon geöffnet hat. Ich denke, er hat sich mit Pest und Untot zusammengetan. Sie sollen ihm den Rücken frei halten und er hat ihnen dafür irgendwas aus dem verbotenen Archiv versprochen - ist aber nur mein Gedanke.“ Er zuckte die Schultern. „Ja, sie sind Richtung Süden. Dahin wo wohl auch der See liegt und wo Shan‘Yanni liegt und wo der Wahrträumer sich bestimmt aufhält.

    Ihr Kreis zieht sich zu.

    Mit unserer Expedition zu den Erdbeben haben wir sie aufgescheucht. Dann kam ihr Vorstoß und das Sekret auf dem Land. Sie haben versucht, uns in die Stadt zurückzudrängen und Shan’Yanni abzuschirmen. Außerdem versucht er Aaliyah fern zu halten. Sie ist die Mondgeborene, die ihm gefährlich werden kann - warum auch immer - hat Zerahl gesagt.

    Unser Gegenschlag war soweit zum Glück erfolgreich. Doch nun steht noch die Atemnot zwischen Ihnen, uns und Shan‘Yanni - und der verfluchte Sand.“

  • Miyaka'an merkte, dass sie noch zu wenig wusste von den Geschehnissen rund um das Archiv. Sie nickte zu Jindrichs Ausführungen, zog bei Sekret aber fragend die Augenbrauen hoch.

    "Sekret? Und sie haben euch zurück gedrängt?" Es gab noch so viel zu klären.

  • Jindrich verzog etwas angestrengt das Gesicht. Am liebsten hätte er Miyaka‘an seine sehr aufschlussreiche, lose Blattsammlung übergeben, doch er besann sich eines Besseren: „Ich will hier niemanden, der dabei war ermüden. Also grad nur soviel: Das letzte Banner ist bis auf zwei Tagesmärsche an Porto Leonis herangekommen. Sie haben dort einen weiteren Pestgarten angelegt. Von diesem und von dem hier hat sich ein öliges Sekret über das Land ausgebreitet, durch das man sich mit der Krankheit ‚Raserei‘ infizieren konnte. Gemeinsam konnten wir diese Gefahr jedoch im letzten Sommer abwehren und bis an die Atemnot zurückdrängen.“

  • "Uff!" meinte die Hirschin nur leise und wechselte kurz einen Blick mit Chanaya.

    "Das Archiv und euer Fortbleiben von dort scheint denen sehr wichtig zu sein." Wenn man eines in ihrer Miene erkennen konnte dann Neugierde... und Bedauern. Bedauern, dass sie kein Jagdrudel Hirsche zur Hand hatte, um sofort auskundschaften zu gehen.

  • Schließlich schleppte sich Leukos in das Zelt. Nach dem erfolglosen Versuch mit Tarik und Jindrich war Leukos so dermaßen ausgelaugt, dass er den restlichen Tag nur mehr halb mitbekommen hatte und wie betäubt hinterher gelaufen ist. Im Zelt ließ er sich kraftlos nieder und hielt instinktiv Ausschau nach Nahrung.


    Bei der Erklärung von Jindrich kamen ihm wieder die Bilder des Pestquartiers der Stadt in den Sinn. Und die unzähligen Stunden, die er mit der Organisation des Quartiers und dem Lager vor der Stadt verbrachte. Was auch die Al'Medici dort an Aufopferung für die Allgemeinheit gezeigt haben und sich dabei jeden Tag in Gefahr begeben hatten, nur um anderen zu helfen, die sie oftmals noch nicht einmal kannten...

    Aber da sie schlussendlich vielen Kameraden helfen konnten waren die ganzen schlaflosen Nächte es dann doch noch wert gewesen.

  • Gaius reichte seinem Bruder einen einigermaßen frischen Wasserschlauch und das angekaute Ende einer Dauerwurst entgegen. Den Decurio hatten die Rituale offensichtlich so derbe in Mitleidenschaft gezogen, dass dieser nun wie ein Betäubter herum vegetierte. Als Gaius vernahm, dass die Hirschin sich die Situation von Jindrich erklären lassen musste, erinnerte er sich dunkel an eine Begegnung im Reich der Rosen zurück, indem ebenjener für dieselbe Erläuterung offen angegangen worden war. Irgendetwas in Gaius hatte immer vermutet, dass das Volk Terras eine gemeinsame Erinnerung wie ein Schwarmbewusstsein hegte, dem schien offensichtlich nicht so. Er blickte wieder zu Leukos und nickte ihm aufmunternd zu.