An der Sigille

  • Zuerst kam ein leichtes Zittern, dann wurde das Zittern eher ein Pulsieren. Der Gesichtsausdruck von Jolanda wurde unentspannter, doch entschlossen weiter zu gehen. Ihr war die Anstrengung anzusehen, doch sie machte weiter. Als der Schmerz kam und sich in ihren Kopf bohrte, verzerrte sie das Gesicht. Standhaft bleiben - da ging noch was! Mit einem Schrei, der in erster Linie der eigenen Fokussierung diente, führte sie nun die bebenden Arme über beide Seiten wieder zurück zur Mitte, um die Handflächen aufeinander zu bringen. Das kostete Kraft... als die Hanflächen sich berührten, entspannte der Körper. Jolanda war sehr erschöpft und konzentrierte sich erneut auf ihren sicheren Stand. Dann suchte sie sich etwas zum Anlehnen, um den Wu zu beobachten. Sie nahm ihren Wasserschlauch und warf diesen zuerst zu Valerian, der ebenfalls äußerst erschöpft aussah.

  • Der Forscher hob den Arm um den Wasserschlauch zu fangen, doch viel zu langsam. Der Schlauch fiel zu Boden. Valerian hockte sich neben den Trinkschlauch, stärkte sich mit einem guten Schluck und blieb sitzen, dankbar für die Ausrede.

    Aus der Hocke beobachtete er und war gespannt, was die Analyse wohl ergeben mochte.

  • Yan-Dao setzte sich neben Valerian auf den Boden und klopfte ihm auf die Schultern. "Ein schweres Stück Arbeit. Ich finde ja in Zukunft sollten wir immer einen extra Energiespender wie Valerian dabei haben. Da macht die Arbeit doch gleich mehr Freude. Gut gemacht Herr Oedgras. Ich hätte ja darauf getippt, dass du Ohnmächtig wirst." meinte er aufmunternd und blickte fragend auf den Trinkschlauch.

  • Yan trank in kleinen Schlucken aus dem Schlauch und reichte ihn dann an Jolanda zurück. Auch er nahm sich ein paar Nüsse kaute darauf herum und kam zu dem Entschluss einmal mit Haftor über einen Honig - Nussriegel verhandeln zu müssen. Sonst schloss erwähnend seiner Überlegung die Augen und genoss die entstandene Ruhe.

  • Dem Forscher fiel plötzlich etws ein. Natürlich, da war doch noch was...

    Er kramte ein Leinensäckchen hervor und nahm sich zuerst ein paar Rosinen und einen Apfelring heraus, die sogleich in seinem Mund verschwanden. Dann faltete er den oberen Beutelrand zurück, so dass sich eine Art Schale ergab, und stellte die Schale mit allerlei getrocknetem Obst dann mit einem einladenden Nicken zwischen die drei.

  • Wu nickte und begann zu berichten. „Was eine Sigille ist habe ich ja schon erläutert. Dieses Konstrukt gehört zu dieser Kategorie. Auf den ersten Blick wirkte es so als wenn die zum Funktionieren benötigte Energie einfach nicht ausreichen würde. Ich bin dann noch etwas tiefer vorgedrungen und konnte erkennen, dass es sehr schwer fällt eine saubere Verbindung zu etablieren da es beständig zu kleinsten Abbrüchen im Energietransport kommt, welche ihrerseits quasi den Hauptfluss abreißen lassen. Ach ja und natürlich unterliegt die ankommende Energie zur Betreibung des Tunnels zu großen Schwankungen.“ meinte er und schwieg wieder.

  • Valerian hatte fahrig auf einem Stück getrockneter Aprikose herumgekaut und schien fast wegzudösen. Beim Wort "Kraftadern" wurde er aber wieder etwas munterer.

    "Könnte es sein, dass die Energie mitunter zusammenbricht, weil irgendjemand oder irgendetwas permanent an einer Zuleitung zum Tor manipuliert? Es klingt fast so, als ob jemand hier in der Nähe verbotenerweise Tirolit abbaut..."

  • „Energie fließt niemals hundertprozentig Konstant. Weder in einer Maschine noch bei einem lebenden Wesen. Du hast quasi eine Art Wellenform mit Hoch- und Tiefpunkten. Bewegt man sich Innerhalb dieses Spektrums ist alles in Ordnung. Ähnlich wenn du einen Wasserlauf nimmst und für einen kleinen Augenblick das Wasser anstaust. Ist dieser Augenblick klein genug sinkt zwar die Durchflussmenge, man sieht aber dennoch nicht den Wassergrund. Dennoch führen viele kleine Unterbrechungen, ähnlich wie einer großen zu einer Abnahme und schließlich einem versiegen.“ erklärte Wu geduldig weiter. „Und ja ich sehe die Ursache in den Schwankungen und in einer daraus resultierenden Beschädigung in einer Art Flussregler in der Sigille. Über die Ursache der Energieunterbrechung kann ich von diesem Ort aus nur spekulieren. Meine Vermutung währe der gegenwärtige Zustand des mythodeanische Energienetzes insbesondere durch das mittlerweile bemerkbare Schwinden der Energie.“

  • Valerian nickte traurig.

    "Das heißt wir haben es letztlich mit einer weiteren Ausprägungsform des alten Problems zu tun, richtig?"

    Er seufzte.

    "Und selbst wenn wir wüssten, wie der Stein zu reparieren wäre, oder wir ihn ersetzen könnten, würden Reisen durch die Tunnel weiterhin nicht zuverlässig funktionieren.

    Das Einzige, was auf Dauer helfen könnte wäre also das Energienetz zumindest von hier bis zur Quelle zu prüfen... Aber wie, wenn man es nicht einmal sehen kann?"