Ankunft der Materialien

  • Mit Schrecken merkte Ray´kjah die wabernde Masse der Spinnenleiber, sie würde es zwar nie zugeben, aber den Vielbeinigen Tieren konnte sie nichts abverlangen, das hundertstimmige Klicken der schritte ließ ihr ein Schauer über den Rücken laufen. Erleichtert folgte sie den Anweisungen der Älteren Hirschin und trat langsam zurück, darauf bedacht den Spinnen nur wenig Angriffsfläche zu bieten.

  • Valerian hatte seinen Eimer wieder in den größeren Kübel entleert, damit der Mörtel nicht ungenutzt im kleinen Mörteleimer aushärten würde.

    Er nahm einen Schluck Wasser, und als er zurück zum Tor sah, erkannte er erfreut Jolanda und Wu an der Sigille. Er musste sie übersehen haben, als seine Augen vom hellen Tageslicht vor dem Tor noch geblendet waren.

    Nun schlenderte er zu ihnen hin, bekam gerade noch die letzten Sätze der Unterhaltung mit.

    "Jolanda. Wu." begrüßte er beide.

    "Das deckt sich in etwa mit meiner Vermutung: der Stein müsste etwas mit dem Verbindungsaufbau zwischen Eingangs- und Ausgangstor zu tun haben. Aber wie genau das funktionieren soll, verstehe ich noch nicht."

  • Wu lächelte sanft. „Nun der Tunnelbaum stellt quasi die Transportröhre und damit die mundane Komponente. Transportbedchleunigung und Luftversorgung die elementare mystische. Betrittst du den Tunnel wird das bekannte Ziel was du verfolgst ermittelt und eine entsprechende Strecke vorbereitet und beschleunigt, vermutlich auch mit Luft versorgt.“ erklärte Wu seine Vorstellung.


    „Zur Kommunikation von Start- und Zielpukt bedarf es dann natürlich mi deutend zwei solcher Sigillen. Ob es innerhalb der atonale quasi noch Überbrücker gibt weiß ich nicht. Wir sollten diese Sigille hier auf jeden Fall genauer anschauen.“

  • Am Rande bemerkte Jindrich, dass sich die Wuseligen mit der Sigille beschäftigten, die ihn in ihren Bann gezogen hatte. Er wartete noch ungeduldig Wilfrieds Antwort ab und würde dann mit an die Sigille treten.

  • Jolanda fühlte sich vom Wu mitgerissen. Seine Begeisterung war ansteckend, ihre Neugier geweckt und wurde immer stärker. Sie fuhr ebenfalls mit ihren Fingern entlang und versuchte zu fühlen, was der Wu fühlte. Doch diese Art der Magie war ihr fremd. So kramte sie in ihrer Tasche nach ihrem grünlich schimmernden Kristall, den sie so gerne als Fokus nutzte, um magische Strukturen zu erkennen. Sie hielt ihn auf Augenhöhe, schloss kurz die Augen, öffnete sie wieder und blickte hindurch auf sie Sigille. "Sigille...." sagte sie "das habe ich schon einmal gehört, aber das ist die erste die ich sehe. Was ist die Funktion von so etwas?"

  • Aus dem Dunkel des Tunnels drang erst das schwache, grüne Licht der Leuchtsteine zu den Leoniten hinüber, dann schälen sich aus der Schwärze die Umrisse der beiden NarechTuloch. Als sie keine Spinne mehr gesehen hatten, waren sie deutlich schneller ausgeschritten und langten bald wieder bei dem wartenden Bautrupp an. Man sah ihnen an, dass sie schreckliches gesehen hatten. Die beiden Hirsche beschrieben ziemlich plastisch den Zustand des dritten Tunneleinbruches, wie die Wurzel bereits aussah und ergänzten, dass man den Bereich ohne Intervention sicher vorerst nicht mehr würde betreten können.


    "Es war einfach nur eklig und der Boden selbst schien zu leben." fügte Ray'kjah zu ihrer Beschreibung hinzu.

    "Es sind Massen! Ich habe so etwas noch nicht gesehen. Der Boden wurde immer klebriger und dabei waren wir noch garnicht bei der Wurzel. Wer aus dem Haupttunnel hierher abbiegt wird seinen achtbeinigen Albtraum erleben." ergänzte Miyaka'an. Sie versuchten beim Licht der Laternen die Netze, die die Spinnen auf sie gespuckt hatten, wieder los zu werden, doch vergebens. Es klebte einfach alles zusammen.

  • Wilfried hörte zu was die Narech’tuloch erzählten:“Also wirklich nen Nest? Hmpf.. Die Viecher woll‘n sicher ihre Eier schützen. Et gebe mehrere Möglichkeiten. Wenn wa wie der Feuerteufel da“, er zeigte auf Jindrich, „.. allet anzünden, müssen wa auch ihr Nest ausräuchern.

    Wer weiß wie se auf Fütterung reagieren, oder wir bekommen se verscheucht und schließen dann den Riss.“

  • "Verscheuchen klingt gut, die Frage ist nur WIE. Wenn das Licht sie nicht vertreibt, was dann? Und Feuer? Das Feuer könnte die Wurzeln zerstören, der Baum hat keinen Halt mehr und geht ein, das Erdreich wird noch instabiler. Kennt sich jemand mit den Viechern aus, was sie vertreiben könnte? Rauch, Gerüche, Geräusche?"

  • Vorsichtig meldeten Foxja sich zu Wort: „Wenn es wirklich schon so viele Tiere sind, WOHIN sollten sie dann vertrieben werden? Alle zurück in den Riss wird wohl kaum funktionieren?“ Sie kratzte sich am Kopf.

    „Und wenn die Tiere sich in den Tunneln verteilen, was dann? Sind sie ggf für Rauchwerk empfänglich? So wie Bienen?“

    Die Schildmaid war sich nicht sicher, ob es Unsinn war, was sie da sprach. Doch zumindest spuckten ihr diese Gedanken im Kopf rum.

    ´Schmerz lässt sie nicht weinen,

    doch Freude vermag es zu machen,

    Schmerz, er lässt sie lachen,
    dem Feinde freudig entgegen,
    sich der Gewalt des Fremden entheben,
    Gefühle sind einzig was sie leitet,
    sie sind der einzige Pfad, den ein Krieger beschreitet!´ (Eigen, Nebelflut)

  • Wu nickte und brummelte beinahe zu sich selber "Wenn man eine Rune als Kombination von einem Wort einem eingelegten Willen und einem Gedanken begreift so ist bildhaft gesprochen die Sigille ein Buch. Sie wird gebildet aus dem Gesamttext. Diese hier speichert und leitet Energie in Verbindung zu einem zweiten Teil was im Zusammenspiel den Schnelltransport erhebt. So gesehen handelt es sich um Artefaktmagie. Um den konkreten Zweck und Zustand zu kennzeichnen müsste ich es analysieren. Dazu brauche ich aber etwas Energie.

  • Der Forscher hörte gespannt zu. Diese Betrachtungsweise von Wu war interessant. Valerian hatte die Sigille bisher eher mit einer Karte assoziiert, auf der man, auch wenn man die Sprache der Zeichen nicht verstand, immmerhin zeigen konnte, wo man hin wollte. Den eigentlichen Vorgang des Zeigens lag jedoch anscheinend nicht in Valerians Macht. Doch sie waren hierher gekommen, um das Tunnelnetzwerk zu analysieren, und er war gewillt zu helfen.

    "Wie kann ich helfen?" fragte er.

  • Auch wenn ihn die Sigille in ihren Bann geschlagen hatte. Das Spinnen-Problem benötigte wohl gerade seine Aufmerksamkeit. Also überwand Jindrich schweren Herzens seine Neugier...

    "Gut. Die Spinnen müssen weg", begann er zusammenzufassen, "Sie haben dort ein Nest und wollen ihre Eier schützen", er nickte dankkbar für diese Information zu den Narech'Tuloch, "Es sind viele, sie spucken Netze und sie haben schon ganz schön was vom Tunnel zugesponnen.

    Licht lässt sie in gewissen Maße zurückweichen.

    Rauchwerk, Feuer und Lavendel könnten was bringen. Bei Feuer müssen wir jedoch aufpassen, dass der Tunnel dadurch nicht einstürzt.

    Außerdem sollten wir sie so vertreiben, dass sie nicht in Richtung des Haupttunnels fliehen. Damit würden das Problem nur verlagern.


    Also folgender Vorschlag: wir gehen in einem Trupp mit Kohleschalen mit Lavendel, Fackeln mit Lavendel und von mir aus auch mit Lampenöl und Wasser mit Lavendelöl drin bis zum dritten Riss vor. Dort teilt sich die Gruppe in zwei Trupps. Trupp 1 hält vorerst die Stellung. Trupp 2 bahnt sich ruhig und bedächtig einen Weg in Richtung des Haupttunnels. Dann treiben beide Trupps die Spinnen dahin, wo sie hergekommen sind. Dann wird der Riss versiegelt. Zur Vorsorge lassen wir den Lavendel vor Ort und kontrollieren das regelmäßig.

    Wir sollten uns damit nicht zu viel Zeit lassen, weil die Tiere ganz schön fleißig sind.


    Also hat wer noch berechtigte Einwände?"


    Jindrich blickte fragend in die Runde bestehend aus Foxja und den Narech'Tuloch. Sollten alle zustimmen, müssten sie noch das zusätzliche Material beschaffen.

  • „Bin dabei“, gab Foxja zurück.

    ´Schmerz lässt sie nicht weinen,

    doch Freude vermag es zu machen,

    Schmerz, er lässt sie lachen,
    dem Feinde freudig entgegen,
    sich der Gewalt des Fremden entheben,
    Gefühle sind einzig was sie leitet,
    sie sind der einzige Pfad, den ein Krieger beschreitet!´ (Eigen, Nebelflut)

  • "Mein Einwand ist, ob wir nicht erst einmal im kleinen versuchen sollten, ob unsere Maßnahmen bei den Netzspuckern überhaupt wirken, bevor wir es um großen dann durchführen. Exemplare einfangen und prüfen, wie sie auf Gerüche, Licht und Rauch verschiedenster Art reagieren. Außerdem sollte dort nur noch jemand rein, der Ruhe bewahren kann und die Tiere nicht fürchtet." gab Miyaka'an zu bedenken und versuchte, die Leuchtsteine aus ihrer Hand zu lösen. Als es nicht gelang, sah sie sich um und versuchte dann mit einer Hand voll Sand das Gespinst um ihre Hand abzurubbeln.