Das Treffen am Portal

  • Am morgen nach der Besprechung hatten sich die Helfer darauf geeinigt, sich am Terra Portal zu treffen. Der Wind war gerade nicht all zu stark, weshalb man sich auch gut ohne Schutz vor dem Sand unterhalten konnte. Die Sonne war gerade erst aufgegangen und der Himmel schien dadurch wohlwollend mit einem Farbenspiel aus Rot und Lila.

  • Jindrich hatte einen Lederrucksack mit allerlei Zeug, von dem er meinte, dass man es unter Tage vielleicht gebrauchen könnte. 10 Schritt Hanfseil waren ihm besonders wichtig und hatte er sie sich wie eine Schärpe über die Brust gehängt.

    Er kam mit seinen Gefährten direkt aus der Kaserne. Als sie am Tor ankamen, grinste Jindrich freundlich in die Runde: „Guten Morgen. Sieht ja aus hier wie beim Wandertag?“

  • Jolanda saß in sich ruhend auf dem Boden, genoss die Ruhe und die frische Luft und vor allem den heute gnädigeren Wind. Als sie bemerkte, dass die anderen auch schon ankamen öffnete sie freudig überrascht die Augen. Mit so viel Pünktlichkeit hatte sie nicht gerechnet. "Ich wünsche einen guten Tagesbeginn!" , sagte sie, blieb aber zunächst noch sitzen.

  • Eine Hand legte sich ruhig knapp neben seine an das steinern wirkende und doch so lebende Material.


    "Begrüßt du ihn auch jedes Mal, bevor du durch ihn die Tunnel betrittst und dankst ihm für seinen Dienst, wenn du durch ihn die Tunnel verlässt?" Caras'chor war leise neben Jindrich getreten und hatte den Kopf gesenkt und die Augen kurz geschlossen.

    Wie am Tag zuvor waren die drei Hirsche wieder anwesend. Der Hirsch hatte nur einen Proviantbeutel und etwas zu trinken dabei, was sich sonst in den Beutelchen an seinem Gürtel befand, war nicht zu erkennen. Der Poncho war zu einer ordentlichen Rolle zusammengelegt und quer über den Rücken gebunden, Waffen am Mann. Kurzwaffen verstand sich, doch Caras'chor hatte auch den eingekürzten Speer dabei, den er oft bei sich trug.

  • Jindrich öffnete langsam die Augen und wandte sich zu Caras‘Chor: „Ehrlich gesagt nicht“, sagte er bedächtig. „Es ist lange her, dass ich durch die Tunnel bin. Zweimal bisher. Mit der Legio. Zum Feldzug in die Kelriothar und nach Goldwacht. Da hatte ich andere Dinge im Kopf. Hab es einfach so hingenommen, glaub ich.“ Erinnerungen an Blut, Schweiß und Tränen drängten sich in Jindrich hervor, doch er schob die Gedanken beiseite. „Guten Morgen, erstmal“, sagte er stattdessen, nickte den Hirschen zu und sah sich um, wer sonst noch gekommen war.

  • Frisch rasiert und mit einem schmalen Lächeln im Gesicht gesellte sich Gaius hinter Jindrich zu der Versammlung. Er verbeugte sich vor den ihm weitestgehend unbekannten Gesichtern, insbesondere Jolanda und ordnete dann sein Gepäck. In einem Felltornister trug er neben dem notwendigen Proviant auch ein Seil und andere kleine Werkzeuge mit sich. An seiner Gürtel baumelte ein kleiner brauner Lederbeutel, aus dem die Spitze eines Kreidestiftes hervorlugte. Neben seinem Gladius verzichtete der Abrasier auf Bewaffnung.


    An Jindrich gerichtet sagte er: ,,Ich hab es die Tage nicht zu den Al'Medici geschafft. Hast du Tarik heute schon gesehen? Er packt das doch oder?''

  • "Nun, dann hoffe ich, dass dir durch die Anwesenheit beim Torbaum Ritual die Augen geöffnet wurden für die Wunder dieses Landes und dass nicht alles selbstverständlich ist. Alles ist ein stetiges Geben und Nehmen." Caras'chor trat mit einem leichten Nicken zu seinen beiden Schwestern zurück, die ähnlich ausgerüstet waren wir er.


    "Sollen wir den Anfang machen?" fragte der Hirsch dann in die Runde.

  • Jindrich überblickte die Anwesenden und es schien kurz in seinem Kopf zu rattern. Als erstes wandte er sich an Caras'Chor: "Gerne. Ich würde mich jedoch freuen, wenn einer von Euch mit Leukos und Gaius die Nachhut bildet – also den Abschluss der Gruppe", bat er.

    Dann wandte er sich zu den Legioniten und schlug einen anderen Ton an: "Legioi! Aufgehorcht! Wir bilden Gespanne: Rotte! Mit mir in der Spitze. Zwei Hirsche bilden die Vorhut. Im Zentrum folgen Mechaniker, Faugest und Al'Medici. Zehnte: Die Nachhut mit einem Hirsch. Ihr habt Signalpfeifen. Ein Pfiff: Zug stoppt und Meldung. Zwei Pfiffe: Gefahr in Verzug, volle Deckung. Drei Pfiffe: Feindkontakt, bereit zum Gefecht."

    Etwas versöhnlicher sprach er alle an: "Haltet die Reihenfolge im Zug ein. Jeder sucht sich einen Partner und bleibt immer in dessen Nähe und gibt Alarm, wenn dieser nicht mehr da ist. Ansprechpartner ist Leukos am Ende des Zugs und ich an der Spitze des Zugs. Bleibt wachsam. Noch Fragen?"

  • Als Gaius ankam und sich verbeugte, stand Jolanda auf und erwiderte die Verbeugung. Sie nickte den Narech'Tuloch zu und sagte willkommenheißend "Veran'An".

    Dann wartete sie ab, was die anderen sagen würden. Schon beginnen, während so viele noch nicht da waren? Effektiver wäre es. Keine Zeit verstreichen lassen...

  • Etwas abgehetzt kam auch Valerian zu der kleinen Truppe. In seinem Rucksack gluckerte eine Feldflasche, und er trug den abgewetzten, mehrfach geflickten Klappenmantel, den er im Feld bevorzugte. Im Gürtel nur ein kleines Messer, in der Hand eine Laterne. Auf dem Kopf einen Eisenhut, der so bemalt war, dass er auf den ersten Blick wie sein üblicher Schilfhut wirkte.

    "Danke fürs Warten. Musste unterwegs noch mal nachgurten. Ich bin wohl etwas dünner geworden..."

  • Die Hirsche sahen sich an und verständigten sich kurz, dann traten die Hirschinnen vor, und betraten den Torbogen, eine nach der anderen, sichernd. Yaka Teca und Ray'kjah kannten sich mit dem Spähen und in den Tunneln aus, sie wussten, worauf sie zu achten hatten. Gemerkt hatten sie sich das mit den Pfiffen und fanden es gut. Leise probierten sie kurz das Pfeifen mit den Lippen aus und nickten sich dann bestätigend zu. Sie blieben stehen und schauten nicht mehr zurück, um sich an die Lichtverhältnisse im Tunnel zu gewöhnen und durch blendende Laternen nicht die Nachtsicht zu verlieren. Ihre Augen stellten sich immer noch rasch um.


    Caras'Chor unterdes wusste nicht genau, was Jindrich damit bezweckte, dass einer der drei Hirsche mit den Abschluss bilden wollte, aber sei es drum. Er würde also nach hinten sichern und lauschen, falls sich etwas von hinten nähern würde.

  • Jolanda begrüßte auch den Wu und Valerian herzlich. Noch war sie guter Dinge. Die Dunkelheit in den Tunneln hatte sie verdrängt, fühlte sie sich doch noch immer unsicher im Dunkeln. Doch sie hatte einen großen, moosbewachsenen Amethysten in einem Netz dabei, den sie, sobald sie im Tunnel war, zum Leichten brachte. Sie hielt ihn sehr tief, um zu sehen, wo sie hintrat.

  • Leukos war mit Gaius gekommen. Er hatte seinen Gambeson mit zusätzlichen Arm und Beinpolstern an, sowie einen Helm aus Metall. An seinem Gürtel war anstatt seiner Axt eine Handspitzhacke befestigt. Zudem hatte er sich ein langes Hanfseil lässig über die Schulter geschwungen.

  • Während sich der Zug formierte und die Narech‘Tuloch sich bereits in Richtung des Tunneleingangs bewegten, hielt Jindrich auf Gaius und Leukos zu: „Tarik wird es wohl schaffen und in ein paar Tagen wieder auf den Beinen sein. Ich fasse es immernoch nicht. Ich werd nachher mal vorbeischauen, wenn wir wieder draußen sind.

    Bevor ihr die Nachhut bildet, stellt euch an den Eingang, zählt durch und fragt nach den Gespannen. Ich will da drin keinen verlieren. Ausführen.“