17.2.104 Thron der Träume

  • 17.2.104

    1 Thron der Träume

    Oh welch Gnade, oh welch Wunder, oh welche großartige Schönheit meinen Augen zuteil wurde. Wie sind wir doch alle gesegnet, die wir das große Privileg erfahren in den Diensten der wundervollsten unter den Großen zu stehen. Preis sei der Gottschöpferin, der Schönsten, welche diese Erde, diese neue Welt der Möglichkeiten bewandert!

    In ihren Diensten wurde ich schon Zeuge manches Meisterwerks und ihre Inspiration ließ mich selbst schon manchen Abglanz davon fertigen in den Stein der neu erschaffen wurde, allein damit ihr Geist sich durch meine Arbeit in ihn hinein präge. Hatte ich schon geglaubt im Schwarzen Thron selbst die höchste Kunst zu erkennen, so wurde meinem blinden Geist erneut die Augen geöffnet. Denn jenes Kunstwerk, das sie aus ihrem Besitztum schuf ist um viele Male größer, schöner und mächtiger als alles was ich sie zuvor schaffen sah.

    Da du, Palachan, von uns allen das Wesen der Schönheit wohl am ehesten verstehst, will ich dir gerne schildern was ich tat und wessen ich Zeuge wurde, damit du deine eigenen Studien durch meine Erfahrung erweitern kannst.

    Unendlich groß die Güte die mir widerfuhr, dass ich meine geringe Kunst in ihren Dienst stellen durfte, dass ihre Weisung mich an jenem Werk mitschaffen ließ. Wenig erschloss sich mir zunächst mein eigenes Handeln, und ich gebe zu, dass meine Hände unruhig waren, bei dem Gedanken den Schwarzen Thron, der so makellos und perfekt schien, zu verändern und diese Schönheit zu zerstören. Und für einen Augenblick schien es mir beinahe, dass sie meine Gedanken teilte und zögerte ihr eigenes Werk dem ungewissen Neuen zu opfern. Doch war es ihr Wille, der mich dorthin brachte, und ich zweifelte niemals am Willen der Schöpferin und wurde erneut belohnt mit dem Wissen an jenem neuen Werk beteiligt zu sein. Wo ich den Stein bearbeitete nach ihrem Wort, da wo sie die Macht der Existenz in neue Bahnen, und ihre Stimme und ihr Tanz wiesen mich an in dem was zu tun war. Ich fühlte beinahe die Formen, die sie in ihrem Geist erdachte und ich gab mein Möglichstes sie dem Stein zu entringen. Doch der Stein, wie sollte es auch sonst sein, schien sich ihrem Willen ganz und gar zu ergeben. Und so schufen wir das wohl größte Kunstwerk, dass diese junge Welt nun kennt.

    Der Schwarze Thron ist nun neu entstanden als Thron der Träume. Und wo die äußere Form durch meine eigene begrenzte Kunst gegeben ist, so ist sie kaum mehr als das Sinnbild für jene Macht, welche unsere Herrscherin in ihn hinein legte, dies ist das Monument der Träume, das einen jeden von ihnen wird aufnehmen können und der Gottschöpferin zu Diensten stellen, wie es ihr gebührt.

    Ach Palachan, wenn es Schönheit ist, die du in der Welt suchst, dann findest du sie außerhalb des Antlitzes unserer großen Herrin wohl nur dort, wo sie ihr Wesen in den Stein einprägte und ein Kunstwerk schuf, das seinesgleichen sucht.

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